Bath und London 1813: Eine Sinfonie hat einen Namen („Jupiter“ in London, Teil 1)

Dies ist der erste einer Reihe von Blogs, die der frühen Rezeptionsgeschichte von Mozarts letzter Sinfonie, der „Jupiter“-Sinfonie KV 551, gewidmet sind. Der Haupttitel spielt darauf an, dass London in der Rezeptionsgeschichte eine herausragende Rolle spielte.

Der vorliegende erste Teil geht dabei Hinweisen auf frühe Aufführungen der Sinfonie KV 551 in und um London nach. Der zweite Teil stellt die regional unterschiedlichen Bezeichnungen vor, die für Mozarts letzte Sinfonie im ausgehenden 18. und beginnenden 19. Jahrhundert im deutsch- und englischsprachigen Raum gebräuchlich waren. Den ältesten (Teil-)Arrangements der „Jupiter“-Sinfonie ist der dritte Teil gewidmet. Im Mittelpunkt des vierten Teils stehen drei Gründungsmitglieder der 1813 in London gegründeten Philharmonic Society, die als Urheber des Namens „Jupiter“ in Betracht kommen. Diskutiert werden Argumente, die für oder gegen ihre Urheberschaft sprechen. Wenige Monate vor der ersten Erwähnung des Namens „Jupiter“ wurde in London eine Mozart-Sinfonie vor illustrem Publikum gespielt. Diese Aufführung soll im fünften Teil vorgestellt werden.

This is the first in a series of blog posts dedicated to the early reception of Mozart’s last symphony, the „Jupiter“ Symphony KV 551, with London’s prominent role being reflected by the main title.

The first part lists evidence of early performances of the Symphony KV 551 in and around London. The second part focuses on the different names Mozart’s last symphony was given in German- and English-speaking regions during the late 18th and early 19th centuries. The third part is dedicated to the oldest (partial) arrangements of the „Jupiter“ Symphony. The fourth part discusses three founding members of the Philharmonic Society, established in London in 1813, as possible authors of the name „Jupiter“. A few months before the name „Jupiter“ was first mentioned, a Mozart symphony was performed in London before a highly distinguished audience. This performance will be presented in the fifth part.


***


Man hat derselben, ich weiß nicht wann und wo,
den Namen der Jupiter-Symphonie gegeben,
wohl mehr um die Majestät und den Glanz
derselben zu bezeichnen als in der Absicht
eine tiefsinnige Symbolik anzudeuten.“

Otto Jahn: W. A. Mozart,
4 Bde., Leipzig 1856–1859,
hier Band 4 (1859), S. 135

„Jupiter“ im Bade

Am 19. April 1813 erschien folgende Anzeige im Bath Journal:

„UPPER ASSEMBLY ROOMS. /

MRS. ASHE

HAS the honour most respectfully to acquaint /
the Nobility, Gentry, and her Friends in general, that /
her Annual Benefit Concert /
Will take place on EASTER WEDNESDAY, the 21st inst. /

Principal Vocal Performers: /
Mrs. ASHE, Miss BARTLETT, and /
Miss WOOD, /
Mr. A. LODER, Mr. COMER, /
And (by permission oft he Manager oft he Opera,) /
SIGNOR NALDI, /
Who sill Sing several of his most favourite Airs, /
Duettos, Terzettos, &c. &c. /
Miss Ashe and Miss H. Ashe /
WILL PERFORM
 A DUET on ERARD’s new Double-action PEDAL HARP /
and PIANO-FORTE, (their first appearance in public;) /
AND /
Mr. ASHE a Concerto on the Flute. /
Leader oft he Band (which will be complete ) Mr. RICHARDS /
Piano-Forte, Mr. WINDSOR. /

FIRST ACT. – Grand Sinfonia (Jupiter). Mozart. – Song, / Miss Bartlett. – Song, Mr. A. Loder, Pray Goody, (by desire). / – 2d Oboe Concerto. Handel. – Aria, Mrs. Ashe. Andre / ozzi – Aria Buffa, Signor Naldi. – Concerto Flute, Mr. Ashe / – Ashe. – Terzetto, Mrs. Ashe, Miss Wood, and Signor Naldi. Meyer. / 

SECOND ACT. – New Grand Overture to Anacreon. Che- / rubini. – Song, Sweet Echo, Mrs. Ashe, accompanied on the / Flute, by Mr. Ashe. – Duet, Harp and Piano-Forte, Miss / Ashe and Miss H. Ashe, (their first public appearance). – / Dusseck. – Duet, Mrs. Ashe and Signor Naldi. Portogallo. /  – Aria, Miss Wood. – Quartetto, Mrs. Ashe, Miss Wood, / Mr. A. Loder, and Signor Naldi. Radicati. – Scena / ed Aria, Signor Naldi, (by particular desire), ,The Traveller’s / Parrot. Naldi. – Finale. Mozart. /

Those Ladies and Gentlemen who prefer sitting in the / Gallery, are respectfully acquainted, that it is fitted up for / their reception. – To begin at half past seven. /

Tickets, Seven Shillings each, to be had of Mrs. ASHE, / No. 3, Burlington-Street, at the Rooms, Libraries, Pump- / Rooms, and at the principal Inns.“ (Bath Journal, 19. April 1813, S. 3)

Diese Annonce überliefert die bislang älteste nachweisbare Erwähnung einer Sinfonie von Mozart mit – oder vielmehr unter – dem Namen „Jupiter“. Nur drei Tage später begegnet eine Sinfonie Mozarts dieses Namens allerdings auch im Londoner Morning Chronicle, und zwar in einem Bericht über das dritte Konzert der Philharmonic Society vom 19. April 1813. Der anonyme Rezensent deutet an, dass der Name „Jupiter“ damals bereits gebräuchlich war, und nennt die „überragende Vortrefflichkeit“ der Komposition als denkbaren Grund für die Namensgebung:

„The second act opened with a symphony of MOZART, known by the title of Jupiter, a name which, it is presumed, has been bestowed upon it as a mark of its superior excellence.“ (Morning Chronicle, 22. April 1813, S. 3)

In der einzigen bekannten Rezension von Mary Ashes offenbar erfolgreichem Benefiz in Bath wurde die „Jupiter“-Sinfonie, die ja immerhin das Konzert eröffnete, hingegen mit keinem Wort erwähnt. Stattdessen betonte der anonyme Bericht den Auftritt Giuseppe Naldis vom Kings Theatre in London und das Debüt der beiden ältesten Töchter der Konzertgeberin, der zwölfjährigen Mary Ashe an der Harfe und der elfjährigen Honoria Ashe am Klavier:

„Wednesday evening last, Mrs. Ashe’s concert was / attended by a numerous assemblage of beauty and / fashion, and the bill of fare, which was judiciously ar-/ ranged, gave every satisfaction to so respectable an / auditory. Exclusive of her own transcendant abilities, / we were once more pleased with the singing of Signor / Naldi, and the correct warbling of Miss Wood. Two / of Mrs. Ashe’s daughter made their first appearance, / and played a duet of Dusseck’s on the harp and piano- / forte, in a most delightful style. The performance of / these juvenile delitanti [!] evinced such an equality of / taste and correctness, that any one might have / imagined the whole piece had been performed by one / person.“ (Bath Journal, 26. April 1813, S. 3)

Ein Programmzettel oder -heft zu Mary Ashes Konzert ist nicht nachweisbar. Dies ist insofern bedauerlich, als Ashes Ehemann, der Flötist Andrew Ashe, der zweifellos die Ankündigung im Bath Journal redigierte, eine Vielzahl von Programmheften zu Konzerten, an denen er selbst beteiligt war, in späteren Jahren in insgesamt sieben Bänden binden ließ. Heute befinden sich diese Bände in der Bodleian Library in Oxford. Ashe hatte die Organisation der normalerweise zwischen Anfang November und Ende Januar, also zu Beginn der Badesaison, in den Upper Assembly Rooms stattfindenden Subskriptionskonzerte in Bath 1810 übernommen, zunächst noch in Konkurrenz mit Gesualdo Lanza (Rice 2015, S. 204, Spring 2016, S. 24, Clarke 2016, S. 82).


Ein Ball in den Upper Assembly Rooms, Bath
(aquarellierte Zeichnung von Thomas Rowlandson, 1798,
Nummer 10 in der Reihe „Comforts of Bath“ )

Mozart für „above 700 fashionables“

Dass Ashe den Namen „Jupiter“ überhaupt in die Ankündigung aufnahm, lässt zwei Schlüsse zu: Entweder wollte er die Neugier des Publikums wecken oder aber – und dies ist angesichts der weiter oben zitierten Kritik im Londoner Morning Chronicle wahrscheinlicher – er konnte voraussetzen, dass Mozarts Komposition unter diesem Namen bekannt war. Berücksichtigt man ferner, dass im Fall von Joseph Haydns Sinfonien im frühen 19. Jahrhundert „nur knapp die Hälfte der heute benutzten Namen“ (Walter 2000, S. 65) geläufig war, so wird deutlich, dass allein die Nennung des Namens „Jupiter“ ein Indiz für eine gewisse Beliebtheit der Sinfonie war; der Umstand, dass Ashe für sich in Anspruch nahm, Urheber eines jener Namen zu sein, unter dem eine Sinfonie Haydns noch heute bekannt ist, wird im vierten Teil dieser Blog-Reihe näher erläutert. Herkömmliche Belege für große Beliebtheit – vor allem bei wichtigen Mäzenen – in Form des Zusatzes „by desire“ oder sogar „by particular desire“ findet in Ashes Anzeige im Bath Journal hingegen ausgerechnet auf Mozarts Sinfonie keine Anwendung (vgl. Rice 2015, S. 212). Auch unterließ Ashe es, auf erfolgreiche Aufführungen andernorts hinzuweisen; dies geschah spätestens nach Gründung der Philharmonic Society 1813 in nicht wenigen Ankündigungen von Konzerten, die außerhalb der Hauptstadt, aber auch in London selbst stattfanden. Ashe nutzte eine entsprechende Formulierung mit Blick auf Luigi Cherubinis Anacréon-Ouvertüre in einer Ankündigung für das erste Subskriptionskonzert der Saison 1813/1814, obwohl das Werk bereits am 21. April 1813 im Benefizkonzert seiner Ehefrau aufgeführt worden war: „The celebrated Overture to Anacreon, as performed at the London Philharmonic.“ (Bath Journal, 6. Dezember 1813)

Einiges spricht also dafür, dass das Bather Publikum die „Jupiter“-Sinfonie nicht nur vom Hörensagen kannte, sondern vor 1813 bereits mehrfach unter diesem Namen gehört hatte, und zwar nicht etwa fernab des Kurorts, sondern entweder in Ashes Konzerten oder in jenen seines über vier Jahrzehnte in Bath wirkenden Vorgängers Venanzio Rauzzini – Mozart hatte Ende 1772 die Rolle des Cecilio in Lucio Silla und Anfang 1773 die Motette „Exsultate, jubilate“ KV 165 für ihn geschrieben. Rauzzini ließ erstmals Anfang 1788 eine Sinfonie von Mozart in Bath spielen, ab Ende 1803 setzte er Mozart-Sinfonien regelmäßig aufs Programm (Rice 2015, S. 287ff.). Über eine Aufführung am 19. November 1806 berichtete ein Kritiker des Bath Journal fünf Tage später:

„The public seem to feel the obligations they owe Rauzzini for the weekly treat he affords; for notwithstanding the severity oft he weather on Wednesday last, above 700 fashionables attended the Concert. All of the above performers were accompanied by a most respectable and well selected band, who played a new Overture of Beethoven’s, and one of Mozart’s, in a very spirited manner.“ (Bath Journal, 24. November 1806, S. 3)

Erwähnenswert ist, dass sich die Anzahl der Zuhörer in Rauzzinis Subskriptionskonzerten im ersten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts konstant im oberen dreistelligen Berich, mitunter auch im vierstelligen Bereich bewegt zu haben scheint: Im Jahr 1800 werden 900 Zuhörer erwähnt (Rice 2015, S. 262), 1808 über eintausend (Climeson 1899, S. 266) und 1810 sogar 1100 (Rice 2015, S. 205).

Venanzio Rauzzini
(kolorierter Stich von Robert Hancock, 1800,
nach James Hutchinson)

Weniger Aufmerksamkeit als die Anzahl oder der soziale Status der Zuhörer erfuhren die aufgeführten Werke: So wie der anonyme Kritiker des Bath Journal beschränkte sich auch Rauzzini in Programmen und Ankündigungen durchweg auf „Overture“, wenn von Sinfonien die Rede war, mitunter ergänzt durch die Adjektive „grand“ oder „new“ (Rice 2015, S. 287ff.). Eine Identifizierung der erwähnten Werke ist deshalb in den allermeisten Fällen nicht möglich. In Rauzzinis Nachlassverzeichnis sind allerdings mehrere Sinfonien Mozarts gelistet, die in seinen Konzerten gespielt worden sein dürften (Rice 2015, S. 282). Ein Abgleich mit den Angaben in Gertraut Haberkamps Verzeichnis der Erstausgaben von Mozarts Werken ergibt folgendes Bild (Haberkamp 1986, Bd. 1, passim): Neben zwei nicht zu identifizierenden Werken in D-Dur und Es-Dur waren offenbar eine Ausgabe der Sinfonien KV 162, 183, 199 und 202 („Opus 64“) sowie möglicherweise Drucke der Sinfonien KV 319 („Opus 9“) und auch KV 551 („Opus 6“) vorhanden (zu den unterschiedlichen Bezeichnungen von Mozarts letzter Sinfonie siehe den zweiten Teil dieser Blog-Reihe). Dies ändert freilich nichts daran, dass sich vor dem Erscheinen der eingangs zitierten Ankündigung von Mary Ashes Benefiz bislang nirgends eine Sinfonie Mozarts (oder eines anderen Komponisten) unter dem Namen „Jupiter“ nachweisen lässt.

„a most elevated composition“: „Jupiter“-Aufführungen zwischen 1813 und 1826

Die Ereignisse vom April 1813 lassen sich wie folgt zusammenfassen:

19. April 1813:
3. Konzert der Philharmonic Society.
London, Argyll Rooms,
Paulo Spagnoletti (vl), Muzio Clementi (kb)

19. April 1813:
Ankündigung eines Konzerts der Sängerin Mary Ashe, geb. Comer im 
Bath Journal mit einer Sinfonie von Mozart mit dem Namen „Jupiter“

21. April 1813:
Konzert von Mary Ashe,
Bath, Upper Assembly Rooms,
David Richards (vl), James William Windsor (kb)

22. April 1813: 
Besprechung des 3. Konzerts der Philharmonic Society im Morning Chronicle, in der die aufgeführte Sinfonie von Mozart als unter dem Namen „Jupiter“ bekannt bezeichnet wird

26. April 1813: 
Besprechung von Mary Ashes Konzert im Bath Journal ohne Erwähnung der Sinfonie namens „Jupiter“

Die ersten Erwähnungen des Namens „Jupiter“ fallen demnach in die Zeit unmittelbar nach der Gründung der Londoner Philharmonic Society. Diese ließ den Namen „Jupiter“ nachweislich allerdings erst am 26. März 1821 in einem ihrer Programme drucken (Foster 1912, S. 50). Es ist deshalb unwahrscheinlich, dass der Name ursächlich mit der Gründung der Philharmonic Society in Zusammenhang steht, zumal deren konstituierende Mitglieder das Londoner Musikleben schon vor 1813 auf vielfältige Weise und teils jahrzehntelang geprägt hatten. Tatsächlich kündigten andere Londoner Konzertveranstalter in den 1810er-Jahren des Öfteren eine Sinfonie namens „Jupiter“ an. Dies widerlegt Alexander Hyatt Kings bis heute weit verbreitete Darstellung, wonach Mozarts „Jupiter“ erstmals 1819 in Edinburgh unter diesem Namen aufgeführt worden sei (King 1956, Appendix 3). 

Zwischen 1816 und 1826 – in jenem Jahr lag die erste Aufführung einer bereits im Programm „Jupiter“ betitelten Mozart-Sinfonie in der Philharmonic Society fünf Jahre zurück, und diese hatte das Werk drei weitere Male, nämlich am 10. Mai 1824, am 6. Juni 1825 und am 12. Juni 1826 aufgeführt (siehe unten) – lassen sich mitsamt dieser drei insgesamt 35 Aufführungen von Mozarts „Jupiter“ ermitteln, 22 davon in London, darunter zwei (weitere) in der Philharmonic Society. Da die meisten Konzertankündigungen, mitunter aber auch Konzertberichte, mehrfach erschienen, wird in der folgenden Übersicht gegebenenfalls die jeweils älteste Quelle angegeben.

3. Mai 1816:
8. „Vocal Concert“ von James Bartleman, Charles und William Knyvett und Thomas Greatorex,
Charles Weichsel (vl), Charles Knyvett (kb), Thomas Greatorex (cond),
London, Hanover Square, New Rooms
(Programm in der Andrew Ashe Collection, Oxford, Bodleian Library, 17405.d.11 [Bd. 6], Fasc. 14: „Grand Overture(Jupiter.)Mozart.“)

17. Mai 1816:
Benefizkonzert von James Bartleman,
Charles Weichsel (vl), Charles Knyvett (kb), Thomas Greatorex (cond),
London, Hanover Square, New Rooms
(Programm in der Andrew Ashe Collection, Oxford, Bodleian Library, 17405.d.11 [Bd. 6]Fasc. 19: „Grand Overture(Jupiter.)Mozart.“, Ankündigung in der Morning Post, 13. Mai 1816, S. 2)

7. Juni 1816:
Benefizkonzert von Thomas Vaughan und Ehefrau, geb. Tennant,
Charles Weichsel (vl), Charles Knyvett (kb), Thomas Greatorex (cond),
London, Hanover Square, New Rooms
(Programm in der Andrew Ashe Collection, Oxford, Bodleian Library, 17405.d.11 [Bd. 6], vor Fasc. 22: „Grand Overture … (Jupiter)Mozart.“, Ankündigung in der Morning Post, 6. Juni 1816, S. 2)

8. Mai 1817:
Benefizkonzert von Thomas Vaughan und Ehefrau, geb. Tennant,
Charles Weichsel (vl), Charles Knyvett (kb), Thomas Greatorex (cond)
London Hanover Square, New Rooms
(Ankündigung in der Morning Post, 5. Mai 1817, S. 2: „Grand Sinfonie [Jupiter], Mozart“)

23. Februar 1818:
1. Konzert der Philharmonic Society,
Charles Weichsel (vl), Ferdinand Ries (kb),
London, Argyll Rooms
(Kritik im Morning Chronicle, 2. März 1818, S. 3: „The performance opened with Mozart’s symphony, named, par excellence, Jupiter; […].“)

12. Juni 1818:
Benefizkonzert von Thomas Vaughan und Ehefrau, geb. Tennant,
Charles Weichsel (vl), Charles Knyvett (kb), Thomas Greatorex (cond),
London, Hanover Square, New Rooms
(Programm in der Andrew Ashe Collection, Oxford, Bodleian Library, 17405.d.12 [Bd. 7], Fasc. 29: „Grand Sinfonie … [Jupiter] … Mozart.“, Ankündigung im Morning Herald [London], 8. Juni 1818, S. 1 [ohne Programm])

15. Juni 1818:
Benefizkonzert von Frances (Fanny) Corri,
Paulo Spagnoletti (vl),
London, King’s Theatre, Great Concert Room
(Ankündigung im Morning Herald [London], 9. Juni 1818, S. 1: „Mozart’s Grand Symphonie to Jupiter“)

10. Februar 1819:
London Subcription Concert,
Sir George Smart (cond),
London, London Tavern
(Programm in Carnelley 2015, S. 118: „Grand Sinfonia (Jupiter) Mozart.“)

4. Juni 1819:
Benefizkonzert von Thomas Vaughan,
Charles Weichsel (vl)?, Thomas Greatorex (cond)?,
London, Hanover Square, New Rooms
(Ankündigungen im Morning Chronicle, 1. Juni, 1819, S. 1, im Morning Herald [London], 1. Juni 1819, S. 1 und in der Morning Post, 1. Juni 1819, S. 3: „Favorite Grand Sinfonia, (Jupiter) Mozart.“)

20. Oktober 1819:
Edinburgh Festival,
Nicholas Mori (vl), Sir George Smart (cond),
Edinburgh, Theatre Royal
(Programm erwähnt bei King 1956, Appendix 3, Leserbrief im Caledonian Mercury, 23. Oktober 1819, S. 3: „The grand Sinfonia of Mozart, called Jupiter, was given for the first time in Edinburgh; ʼtis a most elevated composition, and it is difficult to say, wether this, or Beethoven’s Overture to Egmont, charmed the audience most. They were both nobly performed, as might be expected form one of the finest orchestras that ever was brought together, which was led with a fire, and at the same time with a precision and judgement, that did Mr Yaniewiecz the highest honour.“)

21. Oktober 1819:
Norwich, St. Andrew’s Hall,
Hague (vl)
(Ankündigung im Norfolk Chronicle, 16. Oktober 1819, S. 2: „Grand Overture – Jupiter – Mozart.“)

8. März 1820:
8. Subskriptionskonzert,
John David Loder (vl), James William Windsor (kb),
Bath, Upper Assembly Rooms
(Ankündigung im Bath Journal, 6. März 1820, S. 3: „Grand Sinfonie (Jupiter) – Mozart.“)

14. Juni 1820:
2. Konzert des Grand Music Festival Oxford,
Franz Cramer (vl), William Crotch (cond),
Oxford, Theatre

(Ankündigung im Oxford University and City Herald, 27. Mai 1820, S. 3: „Sinfonia (Jupiter.) … Mozart.“)

27. Januar 1821:
Konzert anlässlich von Mozarts Geburtstag,
Franz Cramer (vl), Johann Baptist Cramer (cond [kb?]),
London, Argyll Rooms
(Ankündigung in der Morning Post, 24. Januar 1821, S. 1: „Grand Sinfonie, (Jupiter.)“, Kritik in der Morning Post, 1. Februar 1821, S. 4: „The opening symphonies of each act were performed in a complete and noble style; the second (Jupiter) perfectly electrified the audience in the vocal department.“)

16. März 1821:
1. „Vocal Concert“,
Charles Knyvett (kb)?, Thomas Greatorex (cond)?,
London, Hanover Square, New Rooms
(Ankündigung mit ursprünglichem Termin [15. März 1821] in der Morning Post, 13. März 1821, S. 1: „Grand Sinfonia, Jupiter, (Mozart).“, Ankündigung mit gültigem Termin im Morning Chronicle, 14. März 1821, S. 2 und im Morning Herald [London], 14. März 1821, S. 1)

11. Mai 1821:
Benefizkonzert der beiden Misses Bartleman (Schwestern von James Bartleman),
Franz Cramer (vl), Charles Knyvett (kb), Thomas Greatorex (cond),
London, Hanover Suqare, King’s Concert Rooms
(Ankündigungen in der Morning Post, 9. Mai 1821, S. 1 und in der Sun [London], 9. Mai 1821, S. 3: „Grand Sinfonia (Jupiter) Mozart.“)

21. Mai 1821:
Benefizkonzert von Franz und Johann Baptist Cramer,
Franz Cramer (vl), Johann Baptist Cramer (kb),
London, Hanover Square, New Rooms
(Ankündigungen im Morning Herald [London], 21. Mai 1821, S. 1 und in der Morning Post, 21. Mai 1821, S. 2: „Sinfonia (Jupiter) Mozart.“)

20. März 1823:
7. Public Concert,
Whitehaven
(Kritik im Cumberland Pacquet and Ware’s Whitehaven Advertiser, 24. März 1823, S. 2: „Symphony, ҅Jupiterʼ, Mozart.“)

18. April 1823:
Benefizkonzert von William Hawes,
Nicholas Mori (vl), Thomas Attwood (cond),
London, New Argyll Rooms
(Ankündigung in der Sun [London], 2. April 1823, S. 4: „Mozart’s Grand Symphony in C (Jupiter)“, Kritik in der British Press, 21. April 1823, S. 3)

19. Mai 1823:
7. Konzert der Philharmonic Society,
Nicholas Mori (vl), Johann Baptist Cramer (cond),
London, New Argyll Rooms
(Programm in Foster 1912, S. 64: „Symphony (No. 6)“, Kritik in The Harmonicon, 1. Jg., Nr. 6 (Juni 1823), S. 86: „The symphony of Mozart – sometimes named Jupiter, – was with admirable spirit and precision […].“

19. April 1824:
Konzert der Anacreontic Society,
Dublin
(Kritik in der Morning Post, 24. April 1824, S. 2: „Mozart’s celebrated Symphony, ҅Jupiterʼ“)

10. Mai 1824:
6. Konzert der Philharmonic Society,
Franz Cramer (vl), Johann Baptist Cramer (cond),
London, New Argyll Rooms
(Programm in Foster 1912, S. 69: 
„Symphony in C [No. 6], ҅Jupiterʼ“, Kritik in der Morning Post, 12. Mai 1824, S. 3: Mozart’s celebrated Sinfonia Jupiter, was finely executed.”)

2. Juli 1824:
1. Konzert des Cambridge Grand Music Festival,
Paulo Spagnoletti (vl), Gioachino Rossini (kb), Clarke Whitfeld (cond),
Cambridge, Senate House
(Ankündigung im Cambridge Chronicle and Journal, 2. Juli 1824, S. 3: „Grand Symphony, (Jupiter), Mozart.“, Kritik in Saunders’s News-Letter, 6. Juli 1824, S. 1)

zwischen dem 22. und dem 24. September 1824:
Three Choirs Meeting (101st Anniversary of the Triennial Meetings of the Choirs of Hereford, Gloucester and Worcester),
Charles Clarke (cond),
Worcester, College Hall
(Kritik in der Bristol Times and Mirror, 25. September 1824, S. 4: „Jupiter of Mozart“)

6. Oktober 1824:
Grand Music Festival,
Nicholas Mori (vl), Sir George Smart (cond),
Newcastle, Theatre Royal
(Kritik im Durham Chronicle, 9. Oktober 1824, S. 4: „The grand Sinfonia [Jupiter] of Mozart was played by the band with great effect.“)

27. Oktober 1824:
Edinburgh Music Festival,
John David Loder (vl),
Edinburgh, Theatre Royal
(Kritik in The Scotsman, 30. Oktober 1824, S. 7: „Mozart’s charming symphony [Jupiter]“ und im Fife Herald, 4. November 1824, S. 3„We don’t know if there is a finer symphony than this in existence. If we look into the works of Haydn and Beethoven we cannot fix on ist superior.“

25. März 1825:
Benefizkonzert der Royal Academy of Music,
London, Hanover Square, King’s Ancient Concert Rooms
(Ankündigung im Morning Herald [London], 23. Märtz 1825, S. 4: „Symphony, (Jupiter), Mozart.“, Kritik in der Morning Post, 28. März 1825, S. 3)

19. Mai 1825:
Benefizkonzert der Misses Bartleman (Schwestern des Sängers),
Franz Cramer (vl), Thomas Greatorex (cond),
London, Hanover Square, King’s Concert Rooms
(Ankündigung im Morning Herald [London], 19. Mai 1825, S. 2: „Grand Sinfonia (Jupiter); Mozart.“)

6. Juni 1825:
8. Konzert der Philharmonic Society,
Nicholas Mori (vl), Thomas Attwood (cond),
London, New Argyll Rooms

(Programm in Foster 1912, S. 76: „Symphony in C [No. 6], ҅Jupiterʼ“)

14. September 1825:
2. Abendkonzert des Yorkshire Music Festival,
Christoph Gottfried Karl Kiesewetter (vl),
York, Concert Room of the Festival
(Ankündigungen in der Yorkshire Gazette, 3. September 1825, S. 3 und im York Herald, 3. September 1825, S. 3: „Grand Symphony – (Jupiter) … Mozart.“, Kritiken in der British Press, 17. September 1825, S. 2, im Durham Chronicle, 17. September 1825, S. 4, in der Morning Post, 17. September 1825, S. 3 und im Morning Advertiser, 17. September 1825, S. 2)

13. April 1826:
Konzert von Robert Lindley,
Paulo Spagnoletti (vl), Sir George Smart (cond),
London, New Argyll Rooms
(Ankündigungen im Age [London], 9. April 1826, S. 1 und im John Bull, 9. April 1826, S. 1: „Grand Sinfonia (Jupiter), Mozart.“)

4. Mai 1826:
Konzert von Samuel Wesley,
Franz Cramer (vl), Samuel Wesley (cond),
London, New Argyll Rooms
(Ankündigung im Age [London], 30. April 1826, S. 1: „… to commence with the Jupiter Sinfonia of Mozart.“)

12. Juni 1826:
8. Konzert der Philharmonic Society,
Christoph Gottfried Karl Kiesewetter (vl), Sir George Smart (cond),
London, New Argyll Rooms
(Programm in Foster 1912, S. 81: „Symphony in C, ҅Jupiterʼ“)

3. Oktober 1826:
1. Konzert des Birmingham Music Festival,
Franz Cramer (vl),
Birmingham, Theatre

(Ankündigung in Aris’s Birmingham Gazette, 25. September 1826, S. 3: „It will open with Mozart’s grandest Symphony, Jupiter […].“, Kritik in der Sun [London], 4. Oktober 1826, S. 3)

30. November 1826:
1. Amateur’s Concert,
Sibly (vl), Chard (cond),
Winchester, St John’s House

(Kritik im Hampshire Telegraph, 4. Dezember 1826, S. 4: „Mozart’s grand Symphonia Jupiter“)

Insgesamt wurde Mozarts „Jupiter“ zwischen 1813 und 1826 also mindestens 37 Mal in Großbritannien und Irland aufgeführt, 23 Mal allein in London (6 Mal in der Philharmonic Society): 

1813: London (1, Philharmonic Society), Bath (1)
1816: London (3)
1817: London (1)
1818: London (3, darunter 1 Philharmonic Society)
1819: London (2), Edinburgh (1), Norwich (1)
1820: Bath (1), Oxford (1)
1821: London (4)
1823: London (2, darunter 1 Philharmonic Society), Whitehaven (1)
1824: London (1, Philharmonic Society), Cambridge (1), Dublin (1), Edinburgh (1), Newcastle (1), Worcester (1)
1825: London (3, darunter 1 Philharmonic Society), York (1)
1826: London (3, darunter 1 Philharmonic Society), Birmingham (1), Winchester (1)

Otto Jahns eingangs zitierte Frage ist damit allerdings nur teilweise beantwortet: Offensichtlich kam der Name „Jupiter“ für eine Sinfonie Mozarts spätestens in den 1810er-Jahren in Großbritannien und hier vermutlich in London auf. Im vierten Teil dieser Blog-Reihe wird Jahns Frage noch einmal nachgegangen.  


Quellen

Climeson 1899
Emily Climeson (Hg.): Passages From the Diaries of Mrs. Philip Lybbe Powys of Hardwick House, Oxon, A.D. 1756 to 1808, London, New York und Bombay 1899

Clarke 2016
Andrew Clarke: „Loder & Sons, Bath: A Band of Musicians“, in: Nicholas Temperley (Hg.): Musicians of Bath an Beyond. Edward Loder (1809–1865) and his Family, Woodbridge 2016, S. 76–105 (=Music in Britain, 1600–2000, Bd. 14)

Foster 1912
Myles Birkett Foster: History of the Philharmonic Society of London. 1813–1912. A record of a hundred years’ work in the cause of music, London 1912

Haberkamp 1986
Gertraut Haberkamp: Die Erstdrucke der Werke von Wolfgang Amadeus Mozart, 2 Bde., Tutzing 1986

King 1956
Alec Hyatt King: Mozart in retrospect. Studies in Criticism and Bibliography, 
London 21956

Rice 2015
Paul F. Rice: Venanzio Rauzzini in Britain. Castrato, Composer, and Cultural Leader, Rochester 2015 (=Eastman Studies in Music, Bd. 125)

Spring 2016
Matthew Spring:  „The Musical Life of Bath, 1800–1850“, in: Nicholas Temperley (Hg.): Musicians of Bath an Beyond. Edward Loder (1809–1865) and his Family, Woodbridge 2016, S. 24–41 (=Music in Britain, 1600–2000, Bd. 14)

Walter 2000
Horst Walter: „Über Haydns ,charakteristische’ Sinfonien“, in: Gerhard Winkler (Hg.): Das Symphonische Werk Joseph Haydns. Referate des Internationalen Musikwissenschaftlichen Symposions Eisenstadt, 13.–15. September 1995, Eisenstadt 2000, S. 65–78 (=Wissenschaftliche Arbeiten aus dem Burgenland, Bd. 103)


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